Gesundheitskommunikation goes digital

Im Kontakt mit dem Patienten

Das Internet macht auch vor der Gesundheitskommunikation nicht halt. Patienten haben ganz neue Möglichkeiten, sich zu informieren, müssen aber die Spreu vom Weizen trennen und unterscheiden lernen, was gute und was schlechte Information ist. Besonders die sozialen Medien haben ihre Tücken, und Gesundheitsprofis sind gut beraten, professionell an die Sache heranzugehen.

Die Forderung nach einer stärkeren Digitalisierung im Gesundheitswesen wird lauter, sowohl vonseiten der Politik als auch von großen Playern des Gesundheitssystems. Dies betrifft nicht zuletzt die Kommunikation – immer mehr Krankenhäuser betreiben eigene Facebook-Seiten, um ihre Neuigkeiten mit den Patienten zu teilen. Auch andere Social-Media-Plattformen wie YouTube werden von Gesundheitsprofis genutzt. So führt etwa die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ mit einer umfangreichen Website samt zugehörigem YouTube-Kanal.

PROFIS

Medienprofis wie die deutsche „Apotheken-Umschau“, mit jahrzehntelanger Erfahrung im Printbereich, betreiben nicht nur große Online-Portale, sondern begleitend eigene Facebook-Seiten, auf denen Gesundheitsthemen wie zum Beispiel Therapiemöglichkeiten promotet werden. Den „Senioren Ratgeber“ etwa, ein weiteres Portal desselben Verlags, findet man ebenfalls auf Facebook, wo er mit relevanten Inhalten wie Demenzprävention die Zielgruppen an sich bindet. Auch die Bertelsmann-Stiftung, die mit ihrem „digitalen Patienten“ ein Projekt betreibt, das sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit unterschiedlicher Gruppen in der Gesellschaft auseinandersetzt, bedient sich naheliegender Kanäle: Als „Diskursplattform“ dient ein Blog. 

LAIEN

Gesundheitslaien nutzen Social-Media-Plattformen, um sich mit anderen – meist ebenso Laien – zu Gesundheitsthemen auszutauschen. Das Spektrum reicht von Foren über Blogging-Plattformen wie Tumblr bis zu sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und YouTube. Was das Internet, und hier vor allem die Sozialen Medien, so beliebt macht, ist die Tatsache, dass Gesundheitsinformationen sowohl zeit- und ortsunabhängig erstellt als auch konsumiert werden können. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die mögliche Anonymität – gerade beim Thema Gesundheit, wo Diskretion eine so große Rolle spielt. Die volle Identität wird, bei Bedarf, durch einen Nickname ersetzt.

DAS MEDIUM VERSTEHEN

Die drei großen Themenblöcke, über die die Zielgruppen auf den Social-Media-Plattformen angesprochen werden können, sind Gesundheitsförderung und Prävention, die Erläuterung von Krankheiten und die Darstellung medizinischer Behandlungsmethoden.  Gesundheitsinformationen können für sehr unterschiedliche Nutzer aufbereitet werden – auch für solche, die man über die klassischen Kanäle nicht erreicht. Aber nicht nur Information, auch Emotion wird transportiert, und Soft-Faktoren wie Expertise und Meinungsführerschaft. Daher müssen gerade Gesundheits- und Medienprofis auf eine professionelle Aufbereitung der Inhalte sehr gut achten, etwa wenn es um die Qualität von Videoproduktionen geht. Selbstinszenierung ist ein wichtiges Merkmal von Social-Media-Plattformen – dies sollten auch Gesundheits-Akteure im Auge behalten. Denn esgilt, die Zielgruppe zu erreichen und dann auch zu behalten. Weiters ist es im Gegensatz zu anderen Medienkanälen im Social-Media-Bereich sehr wichtig, die Community zu pflegen, zum Beispiel durch regelmäßige Beantwortung von Fragen in Kommentaren.

CHANCEN UND RISIKEN

Für Gesundheits- und Medienprofis ergeben sich durch die gezielte Nutzung von Social Media neue Chancen, aber auch Risiken. Gesundheitsinterventionen für unterschiedliche Zielgruppen werden leichter planbar und Trends leichter erkennbar. Patientengruppen, welche bis dato nicht erschlossen werden konnten, können nun punktgenau mit Handlungsanleitungen versorgt werden, die ihrer Gesundheit förderlich sind. Gleichzeitig müssen aber gerade Gesundheitsprofis bei der Erstellung der Inhalte besondere Vorsicht walten lassen. Die User sind, ob der Informationsflut im Internet, oftmals verunsichert. Qualität wird hier zum wichtigen Kriterium, Gesundheitsinformation auszuwählen. Durch die Möglichkeit des direkten Feedbacks auf Social-Media-Plattformen müssen die jeweiligen Betreiber besonders sensibel agieren. Denn die Gefahr ist groß, online mit Hass konfrontiert zu werden, etwa wenn Kommentare ungefiltert veröffentlicht werden können.

Es tun sich neue Möglichkeiten auf, mit den Patienten direkt in Kontakt zu treten und bei Gesundheitsthemen immer am Puls der Zeit zu bleiben. Die Gruppe der Computer- und Internetverweigerer wird immer kleiner, während die Zahl der Digital Natives, die mit den Neuen Medien aufgewachsen sind und diese selbstverständlich nutzen, steigt. Immer unumgänglicher wird es also werden, sich mit der Erstellung von Inhalten in den Sozialen Medien in all ihrer Dynamik zu befassen, wenn man im Gesundheitssektor professionell tätig ist. Sich einlassen auf den Austausch mit den Patienten, lautet die Devise!

LINKS

www.kenn-dein-limit.info

www.apotheken-umschau.de

www.senioren-ratgeber.de

blog.der-digitale-patient.de


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Mag. Elza Kruschitz
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