Kolumne

Arzneitees – die Helfer bei Erkältungskrankheiten

Gerade in der kalten Jahreszeit ist die Luft durch Kälte und Heizung oft trocken. Dadurch sind unsere Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich oft nicht optimal befeuchtet und erleichtern so Eindringlingen von außen, wie Viren und Bakterien, den Eintritt in unseren Körper. Dies macht uns anfälliger für die vor allem in der Winterjahreszeit auftretenden Erkältungskrankheiten.

Abhilfe können hier verschiedene Tees schaffen. Arzneitees eignen sich hier insbesondere sehr gut, weil sie neben der nötigen Flüssigkeitszufuhr auch beispielsweise das Immunsystem unterstützen. Zistrose und Echinacea wären hier zu nennen. Außerdem bieten sich bei Erkältungskrankheiten verschiedene andere Heilpflanzen an. Spitzwegerich, Malve, Eibisch und Königskerze enthalten viele Schleimstoffe, die beruhigend auf die Schleimhäute bei trockenem Hustenreiz wirken. 

Thymian, Mädesüß & Co.

Thymian hingegen hilft bei Verschleimungen, wirkt antiviral und antibakteriell und hat nebenbei eine beruhigende Wirkung auf die Bronchien. Holunder- und Lindenblüte sind beliebte schweißtreibende Teedrogen, die gerne bei fieberhaften Infekten eingesetzt werden. Hier ist auch das Mädesüß eine gute Wahl, da dieses durch seinen natürlichen Gehalt an Salicylsäure, entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt. 

Der Klassiker – Brusttee

Ein Klassiker ist sicher der Brusttee aus dem österreichischen Arzneibuch, auch als Species pectorales bezeichnet, der eine Teemischung aus Malve, Königskerze, Eibisch, Thymian, Süßholzwurzel und Anis darstellt. Durch die Anwendung mehrerer Arzneikräuter mit ihren vielfältigen positiven Inhaltsstoffen in einem Teegemisch ergibt sich ein sogenannter synergistischer Effekt. Dies bedeutet, dass sich die Wirkung der einzelnen Bestandteile nicht nur addiert, sondern vervielfacht. 

Mag. Clemens Feldmann Für eine einfache Teezubereitung verwendet man üblicherweise einen Teelöffel der Teedroge in etwa 200 ml Wasser. Dieses wird zum Kochen gebracht, die Teezubereitung damit übergossen und man lässt den Tee in etwa 7-10 Minuten ziehen. Tees sind jedoch nicht nur zum Trinken, sondern auch für Inhalationen geeignet. Als Arzneipflanze bietet sich hier Eucalyptus an, weil dieser schleimlösend und subjektiv abschwellend auf die Schleimhäute wirkt. Auch ein Zusatz von 1-2 Teelöffeln Salz pro Liter Wasser ist sinnvoll, weil dieses sehr gut befeuchtend und oberflächlich antiviral und schleimlösend wirkt. 

Abschließend noch die Rezeptur des Brusttees laut Arzneibuch: je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis. Die meisten Apotheken haben diesen vorrätig oder können diesen, sowie wie die meisten anderen Teemischungen auch, frisch zubereiten. 


   

Für die tägliche Arbeit an der Tara 

Mag. Clemens Feldmann, Autor des Buches "Rezeptfrei in der Apotheke. Ein Leitfaden für den Freiverkauf" gibt in seiner Herba Impulse-Kolumne regelmäßig Tipps für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, PKA und Aspiranten zu aktuellen Fragen in der Apotheke.

Sein Buch richtete sich an alle, die sich einen Überblick über die Welt des rezeptfreien Sortiments verschaffen wollen, egal ob als Berufseinsteiger, als Untersützung für Ausbilder, oder erfahrene Apothekenmitarbeiter. Einfach aufgebaut und ausgehend von den 46 häufigsten Beschwerden enthält es Leitfäden für Beratungsgespräche, eine Übersicht möglicher Therapieoptionen ja nach Themenbereich, wertvolle Tipps aus der Praxis und Red Flags, die eine Selbstmedikation ausschließen.

© Text: Mag. Clemens Feldmann; Fotos: Andreas Rausch; Adobe Stock