Forschung

Was Krebspatienten brauchen

Patienten einer Krebstherapie brauchen Empathie, Mut, Optimismus und moderne Krebstherapien mit möglichst wenig Nebenwirkungen. Das erhöht nicht nur die Überlebensraten, sondern vor allem die individuelle Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Dafür braucht es aber Klinische Studien und Patienten, die mitmachen.

"Die Krebsforschung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Vor allem bei den zielgerichteten Therapien konnten Erfolge erreicht werden. Diese geben auch im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung Anlass zur Hoffnung"zeigt sich Dr. Michael Micksche, ehem. Leiter des Instituts für Krebsforschung der MedUni Wien, optimistisch. 

Bei einer Diskussionsveranstaltung der Pharmig, wo es um den Nutzen und Wert moderner Krebstherapien ging, betonte die Pflege-Expertin, Maria Röthlin, dass genau dieser Optimismus bei der Therapie von Patienten so wichtig ist. Bei der Betreuung und Beratung eines Krebspatienten und der Angehörigen hat die psychologische Komponente einen hohen Stellenwert. Empathie ist dabei ebenso nötig, wie der Mut, seinem Schicksal entgegenzutreten und nicht aufzugeben. Noch wichtiger aber sei die Weiterentwicklung der modernen Krebstherapie.

Weniger Nebenwirkungen als Hauptziel der modernen Krebstherapie

Die Reduktion von Nebenwirkungen ist eines der Hauptziele der modernen Therapien. Anders als bei der konventionellen Chemo, oder Strahlentherapie richten sich viele der neuen Wirkstoffe nicht mehr gegen gesunde Zellen. Dennoch gibt es Nebenwirkungen, wie die Österreichische Krebshilfe informiert. Zu den häufigsten zählen Hautreaktionen (Akne-ähnlicher Hautausschlag), Lichtempfindlichkeit, Veränderungen der Nägel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Einwirkungen auf Blutdruck und Herz, Blutungsneigung und Störungen der Wundheilung. In diesem Falle können ergänzende, natürliche Heilmittel helfen und das allgemeine Wohlbefinden steigern, allerdings können sie kein Ersatz der schulmedizinischen Therapie sein.1  

Schwierig, Patienten für klinische Studien zu gewinnen

Einige Krebsarten kommen selten vor und besonders in diesen Fällen ist die Entwicklung neuer Arzneimittel schwierig. Patienten für die notwendigen klinischen Prüfungen müssen auf Grund der Seltenheit mit viel Aufwand in vielen Ländern rekrutiert werden, heißt es seitens der Pharmig. „Die Diagnose Krebs ist für jeden Patienten ein Schock. Dank klinischer Studien haben Patienten aber früh Zugang zu den neuesten Krebstherapien. Das erhöht die Chancen auf Heilung und ist von unschätzbarem Wert für Patienten“, sagte Pharmig-Generalsekretär Mag. Alexander Herzog im Zuge der Diskussionsveranstaltung. Von den Ergebnissen klinischer Forschung profitieren in weiterer Folge jene Patienten, die jetzt oder später mit der Erkrankung konfrontiert sind.


Zur Info: Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Februar 2019), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken.


1 aus der Broschüre Therapien bei Krebs
Info von der Österreichische Krebshilfe, www.krebshilfe.net