Großhandel und Industrie

Eine starke Partnerschaft

Mag. Martin Munte, Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig), schätzt die gute Zusammenarbeit mit Herba Chemosan. Im Gespräch mit Herba Impulse freut er sich auf die zukünftigen gemeinsamen Herausforderungen und erklärt, warum die Digitalisierung im Pharmabereich so wichtig ist.
Herba Impulse: Mit welchen Zielen wurde die Pharmig im Jahr 1954 gegründet, und wie haben sich diese im Laufe der Zeit verändert?

Munte: Unser Verband wurde gegründet, um die Pharmawirtschaft in all ihren Facetten zu vertreten. In Österreich sind wir sehr breit aufgestellt. Wir haben innovative Unternehmen, die neue Produkte entwickeln, Generikaunternehmen und kleine österreichische Unternehmen. Mittlerweile vertreten wir 120 Firmen mit mehr als 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damals wie heute ist es unser Ziel, gute Standortpolitik zu verfolgen, möglichst viel an Forschung und Entwicklung nach Österreich zu holen und uns um das Image der Branche zu kümmern. Aber unsere Ziele haben sich natürlich auch weiterentwickelt.

Wie sehen die heutigen Hauptaufgaben des Verbands aus?

Uns geht es um ein gutes Zusammenwirken der Stakeholder im Gesundheitsbereich. Transparenz und Fairness sind uns wichtig. Natürlich gibt es gesetzliche Richtlinien, aber wir versuchen zusätzliche Maßnahmen zu etablieren. Und ich denke, das ist uns mit der Implementierung des Verhaltenskodex* auch gelungen. Gleichzeitig sind wir aber auch ein Sprachrohr für die österreichische Pharmaindustrie, wenn es um internationale Belange geht, so zum Beispiel bei der Vertretung in der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) oder auch beim internationalen Dachverband IFPMA.

Wie sieht die Zusammenarbeit von Pharmig und Herba Chemosan aus?

Herba Chemosan ist für uns ein wichtiger Partner im Gesundheitswesen und ein unverzichtbarer Teil der Versorgungskette, die in Österreich hochqualitativ ist. Um diese Qualität zu halten, muss der Großhandel intensiv in die Gestaltung des Gesundheitswesens eingebunden sein. Nur so können wir es gemeinsam weiterentwickeln. 

Wie können die beiden Seiten voneinander profitieren?

Die Herba hat eine beeindruckende Unternehmensgeschichte, das wurde mir bei der diesjährigen 100-Jahr-Feier im Wiener Rathaus wieder klar. Als der führende Arzneimittelgroßhandel in Österreich trägt sie maßgeblich zur erstklassigen Verfügbarkeit von Medikamenten bei. Dafür sind wir im Verband sehr dankbar. Grundsätzlich denke ich, dass es sich um ein sehr partnerschaftliches Verhältnis handelt, welches Herba Chemosan und die Pharmig verbindet. Gemeinsam müssen wir versuchen, die hohe Qualität des Systems zu erhalten und den politischen Stakeholdern klarzumachen, dass dafür auch hoch qualifizierte Mit arbeiter benötigt werden.

Und wie profitieren die Apotheken und Endkunden von dieser Zusammenarbeit?

Die Pharmig ist als Dachverband natürlich immer Ansprechpartnerin, wenn es um Entwicklungen im Gesundheitswesen geht. Gemeinsam mit dem Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler (PHAGO), in dem Herba Chemosan auch im Präsidium vertreten ist, stehen wir in engem Kontakt und verfolgen ein One-Voice-Prinzip für die Industrie. Das ist nicht immer ganz einfach, aber nur so können wir garantieren, dass die positiven Leistungen der Pharmawirtschaft, wie beispielsweise die Serialisierung, auch bei den Endkunden ankommen. 

Welche gemeinsamen Herausforderungen warten auf Pharmig und Herba Chemosan in der Zukunft?

Die Digitalisierung stellt wohl die größte Herausforderung für die gemeinsame Zukunft dar. Unternehmen werden zudem versuchen, neue Vertriebswege auszuloten. Das ist vollkommen legitim, allerdings müssen wir schauen, wo die Vorteile gegenüber den bisherigen Kanälen liegen, die schon seit Jahren höchste Qualität liefern. Wir sind davon überzeugt, dass es der beste Weg ist, wenn der Arzt die Diagnose stellt, der Patient dann in die Apotheke geht und sich das verschriebene Medikament holt, und der Großhandel für die ausreichende Verfügbarkeit sorgt. Nichts destotrotz müssen auch wir uns die neuen Technologien zunutze machen. Dabei können wir uns auf Herba Chemosan verlassen, weil man dort immer ganz nahe bei den Kunden und ihren Bedürfnissen ist. 


Autor: ht
Fotos: © Bernhard Wolf