Best Practice

Gemeinsam hoch hinaus

Im Porträt. Innsbrucker sind es gewohnt, dass es bergauf geht: Eine herbstliche Wanderung auf die Nordkette, eine Skitour auf den Patscherkofel, alpine Gebiete, soweit das Auge reicht. Für die Tiroler Apothekerfamilie Koller gilt das auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Mag. pharm. Alexander Koller, seine Eltern und sein Bruder nutzen die Synergien zwischen ihren drei Apotheken im Großraum Innsbruck und sorgen dafür, dass es mit dem 200 Jahre alten Familienunternehmen hoch hinaus geht.                                                                

Wer vom Goldenen Dachl durch die Innsbrucker Altstadt bis zur Triumphpforte spaziert, nimmt den Weg über die größte Einkaufsstraße der Stadt: die Maria-Theresien-Straße. Prunkvolle Barockbauten und moderne Gebäude laden zum Shoppen ein. Die stilvolle St. Anna Apotheke gliedert sich hervorragend in das Ambiente ein. Mag. Alexander Koller hat seit Februar die Leitung von seiner Mutter MMag. Doris Koller übernommen und führt das Traditionsunternehmen nun in sechster Generation. Nachdem er in Florida seinen Bachelor in Wirtschaft gemacht und im Anschluss in Innsbruck Pharmazie studiert hatte, absolvierte er das Aspirantenjahr in der Apotheke am Reumannplatz in Wien. Zu dem Familienunternehmen – beide Eltern und Bruder Philipp Koller sind Apotheker – zählen zwei weitere Standorte. Die Apotheke Mariahilf auf der gegenüberliegenden Innseite, die vor drei Jahren völlig neu gestaltet wurde, und die St. Georg Apotheke in Rum. Hier werden unter anderem magistrale Zubereitungen hergestellt, mit denen die Herba Chemosan ganz Tirol und Vorarlberg beliefert.

Die drei Betriebe liegen in einem Umkreis von nur sieben Kilometern. Sie tauschen Expertise aus, teilen Erfahrungen und – ökonomisch am bedeutsamsten – wickeln den Einkauf zentral ab. Für diesen ist Mutter Doris Koller zuständig, „eine sehr sinnvolle Lösung für unsere drei Standorte“, so Alexander Koller, der darauf bedacht ist, die Synergieeffekte auch für das Marketing zu nutzen. Aktuelle Serviceangebote und Vorträge werden nicht nur im nahen Umfeld einer Apotheke, sondern an allen drei Standorten beworben, und auf den Websites sowie in den Offizinen werden laufend gemeinsame Werbemaßnahmen ergriffen. Vater und Bruder stellen über den Apothekenbetrieb hinaus in der Firma Gatt-Koller pharmazeutische Produkte her.

Mag. pharm. Alexander Koller führt die Apotheke im Innsbrucker Zentrum in sechster Generation

Mit mehr als 300.000 Passanten pro Tag zählt die Maria-Theresien-Straße zu den attraktivsten Einkaufsstraßen Österreichs.

Akademische Beratung für 5.000 Stammkunden 

Neben zahlreichen Wintersportlern und Stadttouristen sind Koller in der St. Anna Apotheke lokale Kunden besonders wichtig. Inzwischen zählt die Apotheke rund 5.000 Stammkunden, die unter anderem Angebote wie Muskelkraftmessung, Sauerstofftankstelle, Blutdruck- und Cholesterinmessung sowie die individuelle Beratung schätzen. Neun Pharmazeuten beweisen hinter der Tara ihre Fachkompetenz im Medikationsmanagement sowie in Homöopathie, Bachblütenberatung und Antlitzanalyse bis hin zu Reise- und Impfberatung. „Eine so professionelle, akademische Beratung, die kostenlos ist, gibt es in keiner anderen Branche“, meint Koller. Er ist sich bewusst: „Wir müssen den Service bieten, den man im Internet nicht bekommt. Beim letzten Umbau, 2017, haben wir daher darauf geachtet, die Offizin zu vergrößern und durch den Warenautomaten mehr Zeit für den Kunden zu gewinnen.“

Zwanzig zusätzliche Quadratmeter im Verkaufsbereich und zwei Taraplätze konnten damals geschaffen werden. Die Kundenfrequenz wurde deutlich gesteigert. Dass der Warenautomat durch eine Glastür einsehbar ist, begeistert vor allem die Kleinen: „Jedes Kind sieht den Greifarmen fasziniert zu, wie sie die Medikamente aus dem Lager transportieren.“ Zusätzlich wurden beim Umbau digitale Preisschilder an den Regalen installiert, was eine große Zeitersparnis für die PKAs bedeutet. Die Rabatte sind automatisch rot hinterlegt – ohne Extraaufwand werden die Kunden also auf Sonderangebote aufmerksam gemacht. „Zwei digitale Videowalls mit Touchscreen gestatten den Kunden, sich eigenständig über bestimmte Produkte zu informieren, oder unterstützen die Beratung durch unser Team.“

Nach der Hautanalyse stellt die Pharmazeutin Pflegeprodukte für den entsprechenden Hauttyp zusammen.

Kosmetikstudio in Apothekenqualität

In einer der größten Apotheken Westösterreichs reicht der Blick in die Offizin aber nicht: Im vierten Obergeschoß stehen zusätzlich Aufenthaltsräume sowie ein Kosmetikstudio zur Verfügung. Letzteres ist zurzeit drei bis vier Monate im Vorhinein ausgebucht, so groß ist der Andrang. Das Team bietet Anti-Aging-Behandlungen mit hochdosierten Wirkstoffen, Mikrodermabrasion zur Regeneration bei Unreinheiten, Narben oder Pigmentstörungen sowie ein eigenes Kosmetikprogramm für Männer an. Alle verwendeten Produkte weisen Apothekenqualität auf, der Kunde kann sich darauf verlassen, bestens versorgt zu werden. 

Der Kunde bleibt König

Die Kundenorientierung ist der ganzen Familie Koller wichtig. Für alle drei Apotheken gilt: Der Kunde ist König. Stammkunden sollen bestens betreut und weitere gewonnen werden. Geplant sind weitere Servicemaßnahmen wie zum Beispiel ein Lieferservice, sobald dies gesetzlich möglich ist, oder eine neue Verkostungs-und Beratungsstation. Bei diesem Engagement kann es nur weiterhin bergauf gehen. Bleibt nur abzuwarten, welchen „Gipfel“ Alexander Koller und seine Familie als Nächstes erklimmen.

St. Anna Apotheke
Maria-Theresien-Str. 4
6020 Innsbruck
Tel.: +43 512 585847
www.apotheke-innsbruck.at


© Text: Clara Maier, Fotos: Philipp Tomsich